Heimatgruppe Schrobenhausen

 

Die Böhmerwäldler" sind in Schrobenhausen die bedeutendste Heimatgruppe neben der Egalanda Gmoi, ihr Vorsitzender ist seit 1973 der aus der Gemeinde Kaltenbach im Kreis Prachatitz stammende Julius Winter. Ihm ist es über lange Zeit beispielhaft gelungen, gute Nachwuchsarbeit zu leisten und noch Jahrzehnte nach der Vertreibung die Kinder und Kindeskinder von Vertriebenen zur aktiven Mitarbeit zu bewegen. So verfügen die Böhmerwäldler im Jahre 1995 noch über sieben Paare in ihrer Tanzgruppe, die Gemeinschaft hat 223 Mitglieder.

Wichtigste Persönlichkeit war in den ersten zwei Jahrzehnten der Gründer und langjährige Vorsitzende Johann Jodl aus Repeschin, der dem Schrobenhausener Stadtrat und auch dem Kreistag angehörte, 1973 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Jodl war als Kommunalpolitiker der maßgebliche Betreiber der Siedlungen "Neue Heimat und "Riederwaldsiedlung". Unter seiner Leitung nahm auch die Heimatgruppe eine vorbildliche Entwicklung, bei der Gründung der "Volksgruppe Böhmerwald" am 17. Juni 1953 übernahm er die Führung. Von Anfang an hatte die Jugendarbeit große Bedeutung und noch im Gründungsjahr beteiligten sich die Böhmerwäldler mit einem Festwagen am Umzug des Schrobenhausener Heimatfestes. Gezeigt wurden Wappen und Trachten der Heimatgemeinden.

Mit einem Reigen von Veranstaltungen wurde in der folgenden Zeit der Jahreslauf gestaltet. Heimatabende und Faschingsbälle, Weihnachtsfeiern und Kirchweih verzeichneten immer einen guten Besuch. Auch zahlreiche auswärtige Veranstaltungen wurden besucht, und nicht zuletzt hatte man in den Ingolstädter Böhmerwäldlern gute Partner in der Nachbarschaft; der Landkreis

Ingolstadt übernahm 1967 die Patenschaft für den Heimatkreis Prachatitz. Für Schrobenhausen erhielt das regelmäßige Treffen der ehemaligen Angehörigen der Pfarrei Sablat besondere Bedeutung.

In der Hauptversammlung zum 20-jährigen, am 1. Juli 1973, trat Johann Jodl als Vorsitzender zurück und wurde in der gleichen Sitzung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger Julius Winter wahrte die Kontinuität und sorgte seither für ein lebendiges Vereinsleben. Mit Spenden wurden zahlreiche Aktionen unterstützt, von Sammlungen für die Mission bis hin zur Unterstützung von Kirchenrestaurierungen im Böhmerwald. Johann Jodl starb am 22. Juli 1978.

 

Ein großer Tag für die Ortsgruppe Schrobenhausen des Deutschen Böhmerwaldbundes war im Juli 1983 die 30-Jahrfeier mit Fahnenweihe, verbunden mit dem Landestreffen. Vorsitzender Julius Winter veröffentlichte aus diesem Anlass eine Festschrift, in der er in mehreren Kapiteln die Historie des Böhmerwaldes, die Geschichte der Vertreibung und die Chronik der Böhmerwäldler in Schrobenhausen darstellt.

Navigation